Weihnachtskalender Blatt Nummer 12: Aquaponik-Anlage in Betrieb genommen   
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Weihnachtskalender Blatt Nummer 12: Aquaponik-Anlage in Betrieb genommen   
Weihnachtskalender Blatt Nummer 12: Aquaponik-Anlage in Betrieb genommen   
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Weihnachtskalender Blatt Nummer 12: Aquaponik-Anlage in Betrieb genommen


Beitrag Nummer 12 - 3.Jänner:
Die MINDT-Gruppe der 4. Klassen nahm am 9.Dezember die Aquaponik-Anlage in Betrieb.

 

Im Weihnachtskalender der Mittelschule sind Blitzlichter unserer Arbeit zu sehen.

Das ist Beitrag Nummer 12 - 3. Jänner

 

Es ist soweit: Vor vier Wochen wurde mit dem Bau der Aquaponik-Anlage in der Schule begonnen, seit 9. Dezember ist sie mit Fischen und Pflücksalat bestückt.

 

Drei Wochen lang gurgelte der Wasserbetrieb deswegen vor sich hin, weil es darum ging, die notwendige Bakterienkultur zu ziehen.

 

Am 9. Dezember beschickte die MINDT-Gruppe der 4. Klassen nun die Anlage nun mit Fischen auf der einen Seite und Salatsetzlingen, Basilikum- und Majoransprösslingen auf der anderen Seite.

 

Im MINDT-Workshop mit Laura Peham, Michaela Frühwirt, Petra Stattmann und Anita Fuchs arbeiteten 10 Schülerinnen und Schüler mehrere Nachmittagsworkshops daran, und nun arbeitet die Anlage.

 

Gratulation! ............. aber was ist das Ding eigentlich?

 

Danke, Laura Peham!

Danke, Michaela Frühwirt!

Danke, Petra Stattmann!

Danke, Anita Fuchs! 


Was ist Aquaponik?


Das Wort Aquaponik ist ein Mix aus den Begriffen Aquakultur und Hydroponik. Aquakultur ist die kontrollierte Aufzucht von Wasserbewohnern wie Fischen, Muscheln, Krebsen und Algen. Der Fachbegriff Hydroponik wiederum steht für die Kultivierung von Pflanzen ohne Erde in Hydrokultur.

 

Aquaponik steht für eine kombinierte Aufzucht von Fischen und Pflanzen in einem Kreislaufsystem. Es handelt sich um eine sogenannte integrierte Aquakultur, bei der das Wasser aus der Fischhaltung aufbereitet und wiederverwendet wird, um angebaute Pflanzen mit Nährstoffen zu versorgen.


Die Idee der Kombination von Organismen in der Landwirtschaft ist nicht neu.

In vielen Ländern Südostasiens ist die Teichaquakultur seit alters her essenzieller Bestandteil der Landwirtschaft. Schon vor tausend Jahren ließen chinesische Bauern in ihren Reisfeldern Karpfen schwimmen. Mit der zunehmenden Bedeutung der urbanen Landwirtschaft rücken moderne Aquaponik-Systeme zunehmend in den Fokus. Denn in den Städten lässt sich Abwärme für die Beheizung der Fischbecken nutzen, und die Produktion findet nahe dem Konsumenten statt. So versprechen sich Agrarforscher, sowohl Fische als auch Gemüse unter effizienterer Nutzung der vorhandenen Nährstoffe zu produzieren.


Moderne Aquaponik-Anlagen beanspruchen keine landwirtschaftlichen Nutzflächen.

 

Unabhängig vom Klima lässt sich an vielen Standorten der Erde produzieren. So kann man mit diesem ressourcensparenden Verfahren natürliche Fischbestände schonen, Düngemittel einsparen, den Wasserverbrauch reduzieren und die Abwasserbelastung senken. Letzteres ist insbesondere ein Problem bei Anlagen, in denen nur Fische gehalten werden.


Zu den Herausforderungen dieser Technologie zählen die anfänglich höheren Investitionen, das notwendige Fachwissen über Fische, Pflanzen und Mikroorganismen, die das Brauchwasser reinigen. Hinzu kommen technische Kenntnisse, Kosten für Wasser, Strom und Personal sowie die tägliche Kontrolle der Anlage. Auch gilt das bisher für die Fütterung notwendige Fischmehl nicht als nachhaltig. Trotzdem sind sich viele Experten einig: Die Aquaponik hat das Potenzial, bestimmte Nahrungsmittel nachhaltiger und klimafreundlicher zu produzieren. Wissenschaftler untersuchen, wie effizient die Systeme sind und arbeiten daran, sie zu optimieren.

 

Wie funktioniert ein typisches Aquaponik-System?


Das Prinzip der Aquaponik-Anlage steht hier beispielhaft für ein typisches Aquaponik-System: In Fischtanks werden z.B. Tilapien gehalten, wärmeliebende, robuste und schnellwachsende Süßwasserfische aus der Familie der Buntbarsche, die ursprünglich in Afrika vorkommen. Die Anlage besteht aus einem geschlossenen Kreislauf, in dem eine Aquakultur-Anlage und eine Hydroponik-Einheit miteinander verschaltet sind. Die Reinigung des Wassers aus den Fischtanks erfolgt zuerst durch einen Lamellenfilter und dann durch einen Biofilter, der mit Mikroorganismen besiedelt ist. Die Mikroben wandeln das Ammonium aus den Ausscheidungen der Fische in Nitrat um. Dieses Nitrat ist neben Phosphat ein perfekter Pflanzendünger. Ohne diesen biologischen Reinigungsschritt würde das gesamte Aquaponik-System nicht funktionieren. Eine Pumpe lässt das Brauchwasser von den Fischen in die Hydroponik-Einheit strömen.

In der Hydroponik-Einheit erfolgt die Aufzucht der Pflanzen. Hier fließt das nährstoffhaltige Wasser durch Rinnen und umspült kontinuierlich die Pflanzenwurzeln. Neben Tomaten eignen sich Auberginen, Gurken, Pflücksalat und Paprika für die Aufzucht in Hydrokultur. Diese stark zehrenden Pflanzen benötigen wesentlich mehr Nährstoffe als niedrigzehrende Pflanzen wie zum Beispiel Salat und Kräuter. Die Kunst in der Aquaponik ist es, die Aquakultur und die Hydroponik aufeinander abzustimmen.


Aquaponik-Anlagen in Wien und Berlin können auch bei der Ressourceneffizienz punkten: Das von den Pflanzen über die Blätter ausgeschiedene Wasser in der Gewächshausluft wird von sogenannten Kühlfallen angesaugt und abgekühlt. Dabei kondensiert der Wasserdampf und fließt als reines Wasser in die Fischtanks zurück. So müssen nur 3% des Wassers am Tag ausgetauscht werden. Insgesamt entstehen nur 220 Liter Abwasser je Kilogramm Tilapia. Zum Vergleich: Bei der Anzucht von Forellen in herkömmlicher Aquakultur sind es bis zu 200.000 Liter je Kilogramm Fisch. Zudem versorgen die Pflanzen die Fische mit Sauerstoff. Im Gegenzug nutzen die Pflanzen das von den Fischen ausgeschiedene Kohlendioxid für ihr Wachstum. Ein weiterer Vorteil: Die Anlage lässt sich sowohl im großen Stil in Farmen als auch im handlichen Regentonnen-Format betreiben, geeignet etwa für Städte.

 

Die Forschungsaktivitäten der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass einfache Aquaponik-Systeme sich insbesondere für die Aufzucht von niedrigzehrenden Pflanzen und robusten Fischarten eignen. Um eine vielfältige und profitable Nahrungsmittelproduktion zu erreichen, experimentieren Forschende mit Mehrkreislaufsystemen und unterschiedlichen Formen der Kopplung oder Entkopplung der Einheiten.

 (Die Weihnachtskalenderbeiträge sind stets nur wenige Tage sichtbar.) 

Quelle: Bioökonomie.de
Grafik: IGB

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